Doppelhaushalt 2025/26 mit bitterem Beigeschmack

Apr. 1, 2025

Doppelhaushalt 2025/26 mit bitterem Beigeschmack

Das Kabinett der Staatsregierung Sachsen hat sich am 24. März 2025 auf einen Regierungsentwurf für den Doppelhaushalt der Jahre 2025 und 2026 verständigt. Der Entwurf ging am selben Tag an den Sächsischen Landtag, den Haushaltsgesetzgeber.

Während im Koalitionsvertrag von CDU und SPD noch gepredigt wurde, dass die Strukturen des organisierten Sports unterstützt und die Vereinslandschaft gestärkt werden soll und Sportminister Armin Schuster (CDU) auf der 7. Plenarsitzung am 12.02.2025 die Bedeutung des Ehrenamts im Sportverein hervorhob und verdeutlichte, dass Sachsen das „breiteste Bekenntnis zum Sport [hat]“ (S. 57), lässt der vereinbarte Haushaltsplan die Worte nur leer wirken. Die geplanten Kürzungen werden die Strukturen des organisierten Sports massiv bedrohen.

Was ist ein Doppelhaushalt?

Ein Doppelhaushalt ist ein Plan, wie eine Regierung ihr Geld für zwei Jahre ausgeben will. Normalerweise macht eine Regierung jedes Jahr einen neuen Haushaltsplan, aber bei einem Doppelhaushalt plant sie das Geld gleich für zwei Jahre auf einmal.

Das hat Vorteile:
– Die Regierung kann langfristiger planen.
– Es gibt weniger Bürokratie, weil nicht jedes Jahr ein neuer Plan gemacht werden muss.
– Man kann Geld besser einteilen und sparen.

Gleichzeitig ist es aber schwieriger, auf plötzliche Veränderungen zu reagieren. Wenn sich die Wirtschaftslage verschlechtert oder unerwartete Ausgaben nötig sind, kann es kompliziert werden.

Ein Infosheet zum Doppelhaushalt Sachsen ist hier zu finden.

Was sieht der Doppelhaushalt des Freistaates Sachsen für 2025/2026 im Bereich Sport vor?

Für das Jahr 2025 wurden 45 Mio. Euro an Ausgaben für den Bereich Sport geplant – 2024 waren es noch 59 Mio. Euro (siehe Haushaltsplan 2025/26). Die Fördermittel für den Landessportbund Sachsen (LSB) bleiben mit 28,8 Millionen Euro auf dem Niveau der Vorjahre. Doch während Kosten für Energie, Material und Personal steigen, bleibt die Unterstützung für Vereine und Sporteinrichtungen unverändert. Der LSB hatte eine Erhöhung beantragt, um die wachsende Zahl von Sporttreibenden und höhere Betriebskosten zu bewältigen – doch die Landesregierung lehnt das ab. Dies könnte in Zukunft zu finanziellen Engpässen für Vereine führen, die ohnehin oft am Limit wirtschaften.

Was bedeuten die Kürzungen für Sachsens Sportvereine?

Ohne gezielte Investitionen drohen in den nächsten Jahren Engpässe – insbesondere für kleinere Vereine, den Nachwuchssport und den Breitensport. Wichtige Programme wie Inklusion, Integration und Ehrenamtsförderung werden wegfallen und Sportvereine, die eine essenzielle Rolle in der frühkindlichen Bewegungsförderung, Demokratiebildung und sozialen Integration spielen, stehen vor großen Herausforderungen. Zudem fehlt es an Investitionen in Sportstätten, Trainergehälter und Nachwuchsförderung. Unsere Nachbarbundesländer wie Thüringen und Sachsen-Anhalt setzen genau hier an. Der Landessportbund Sachsen fordert demnach dringend eine Überarbeitung der finanziellen Planung und bietet einen Dialog für nachhaltige Lösungen an.

Weitere Informationen zur Problemstellung sind auf der Seite des Landessportbund Sachsen e.V. zu finden.