Tag Archives: Mitglieder

Aug. 25, 2025

Steuerliche Entlastung für Eltern: Ferienbetreuung kann abgesetzt werden

Viele Eltern stehen jedes Jahr vor der gleichen Herausforderung: Wohin mit den Kindern während der langen Schulferien? Insgesamt rund 13 Wochen Ferien im Jahr sind für Schülerinnen und Schüler eine schöne Sache – für Eltern bedeutet das jedoch häufig eine große organisatorische Aufgabe.

Die gute Nachricht: Unter bestimmten Voraussetzungen können Eltern die Kosten für Ferienbetreuungsangebote steuerlich geltend machen. Darauf weist die Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi) hin.

Welche Angebote sind absetzbar?

Steuerlich berücksichtigt werden Programme, bei denen die reine Betreuung der Kinder im Vordergrund steht. Dazu gehören Ferienaktionen von Kitas, Horten, Kirchen oder Vereinen, die zum Beispiel Basteln, Spielen, Sport oder Ausflüge anbieten.
Nicht begünstigt sind dagegen Programme, die hauptsächlich auf Wissensvermittlung oder Training setzen – etwa Sprachreisen oder Fußballcamps.

Voraussetzungen für den Steuerabzug

  • Das Kind muss jünger als 14 Jahre sein und im Haushalt beider Elternteile gemeldet sein.
  • Bei Kindern mit einer Behinderung entfällt die Altersgrenze, wenn die Behinderung vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist.
  • Rechnungen müssen den Namen der Eltern enthalten, den exakten Begriff „Ferienbetreuung“ ausweisen und unbar (z. B. per Überweisung) bezahlt werden.

Sind diese Bedingungen erfüllt, können Eltern 80 % der Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 4.800 Euro pro Jahr und Kind in ihrer Steuererklärung ansetzen.

Auch Großeltern können einspringen

Interessant: Auch wenn die Großeltern die Ferienbetreuung übernehmen, können die Kosten steuerlich geltend gemacht werden – vorausgesetzt, sie sind bei der Minijob-Zentrale angemeldet und erhalten eine Bezahlung per Überweisung. Wichtig ist allerdings, dass Großeltern nicht im selben Haushalt leben wie die Familie.

– Die Informationen stammen aus dem LVZ-Artikel „Fiskus zahlt für Ferienbetreuung“ von Christoph Jänsch vom 19./20. Juli 2025.

Juli 2, 2025

Die prekäre Lage von Sachsens Sportvereinen

Aus der 9. Welle des Sportentwicklungberichts (SEB) geht hervor, dass deutsche Sportvereine vor großen Herausforderungen stehen. Jeder sechste Sportverein (17,5 %) sieht sich in seiner Existenz bedroht – und damit mehr als noch als bei der letzten Befragung 2020.

Mitgliederentwicklung

In über 4.330 sächsischen Sportvereinen sind aktuell mehr als 726.000 Mitglieder aktiv. Das sind so viele wie nie und ein Zuwachs von 75.000 neuen Mitgliedern innerhalb von drei Jahren. Damit erlebt Sachsens Vereinssport einen regelrechten Boom. Besonders in der Altersgruppe der 7- bis 14-Jährigen wird die Bedeutung von Vereinssport klar: jedes zweite Kind ist Mitglied in einem Sportverein. Gleichzeitig bringt der Mitgliederansturm Probleme mit sich: marode oder fehlende Sportstätten, überlastetes Personal oder fehlende Ehrenamtliche.

Sportstätten

Mehr Mitglieder brauchen mehr Platz und Hallenzeiten. Dem entgegen steht der eher sanierungsbedürftige Zustand vieler Sportstätten. Im Vergleich zu 2020 zeige sich deutschlandweit ein Anstieg von 33 Prozent bei den Vereinen, die den Zustand ihrer Sportstätten als existenzbedrohend bezeichneten. Die Vorständin Sportentwicklung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) Michaela Röhrbein benennt den Finanzbedarf für die Instandsetzung von Sportstätten mit 30 Milliarden Euro. Demnach appelliert auch der Präsident des Landessportbundes Sachsen, Ulrich Franzen an die sächsische Landesregierung, weiterhin in die Sportinfrastruktur zu investieren.

Ehrenamt

Das größere Problem scheint jedoch im Bereich des ehrenamtlichen Engagements zu liegen. Hier ist es schwierig ehrenamtliche Funktionsträger zu gewinnen und längerfristig zu binden. Ein ähnliches Problem bestehe bei Trainer:innen, Übungsleiter:innen sowie Kampf- und Schiedsrichter:innen, so Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln. Die Problematik läge dabei auch bei den mittlerweile erhöhten Anforderungen einer komplexeren Gesellschaft: Inklusion, Integration, der Umgang mit Geflüchteten.

Hier ist der aktuelle Sportentwicklungsbericht zu finden: https://cdn.dosb.de/Relaunch_2024/Ehrenamt/Downloads/SEB-Bundesbericht-2023-2025-web.pdf

Fazit und Ausblick

Sachsens Sportvereine stehen heute an einem Wendepunkt: Auf der einen Seite haben sie durch einen historischen Mitglieder­zuwachs – vor allem unter Kindern und Jugendlichen – einen beispiellosen Höhepunkt erreicht. Auf der anderen Seite lastet der Sanierungsstau bei Hallen und Plätzen, gepaart mit zu wenigen Ehrenamtlichen und steigenden gesellschaftlichen Anforderungen, schwer auf ihrem Fortbestand. Doch gerade dieser Zuwachs ist ein starkes Signal: Die Begeisterung für den Vereinssport ist ungebrochen, und die Menschen sehnen sich nach Gemeinschaft, Bewegung und Identität.

Um diese Energie nachhaltig zu nutzen, braucht es jetzt drei entscheidende Schritte:

  1. Gezielte Investitionen in Infrastruktur
    Bund, Land und Kommunen müssen das marode Sportstätten­netz schnell und strukturiert sanieren – etwa durch ein gemeinsames Förderprogramm, das kleine Vereine ebenso erreicht wie große Sportverbände.
  2. Innovative Ehrenamts­­modelle
    Neue Formate wie zeitlich begrenzte Projektpatenschaften, digitale Weiterbildungs­angebote oder generationsübergreifende Tandems können vorhandene Kräfte motivieren und gezielt Nachwuchs gewinnen.
  3. Starke Kooperationen vor Ort
    Die Vernetzung mit Schulen, Betrieben, sozialen Trägern und der Wirtschaft eröffnet zusätzliche Ressourcen – von Praktikumsplätzen über Sponsoring bis zu gemeinsamen Integrationsprojekten.

Mit diesen Hebeln im Einsatz kann Sachsens Vereinslandschaft nicht nur ihre aktuellen Hürden meistern, sondern zu einem Vorbild für nachhaltige Sportentwicklung in ganz Deutschland werden. Die aktuelle Dynamik birgt enormes Potenzial: Packen wir es gemeinsam an!

Juli 2, 2025

Die prekäre Lage von Sachsens Sportvereinen

Aus der 9. Welle des Sportentwicklungberichts (SEB) geht hervor, dass deutsche Sportvereine vor großen Herausforderungen stehen. Jeder sechste Sportverein (17,5 %) sieht sich in seiner Existenz bedroht – und damit mehr als noch als bei der letzten Befragung 2020.

Mitgliederentwicklung

In über 4.330 sächsischen Sportvereinen sind aktuell mehr als 726.000 Mitglieder aktiv. Das sind so viele wie nie und ein Zuwachs von 75.000 neuen Mitgliedern innerhalb von drei Jahren. Damit erlebt Sachsens Vereinssport einen regelrechten Boom. Besonders in der Altersgruppe der 7- bis 14-Jährigen wird die Bedeutung von Vereinssport klar: jedes zweite Kind ist Mitglied in einem Sportverein. Gleichzeitig bringt der Mitgliederansturm Probleme mit sich: marode oder fehlende Sportstätten, überlastetes Personal oder fehlende Ehrenamtliche.

Sportstätten

Mehr Mitglieder brauchen mehr Platz und Hallenzeiten. Dem entgegen steht der eher sanierungsbedürftige Zustand vieler Sportstätten. Im Vergleich zu 2020 zeige sich deutschlandweit ein Anstieg von 33 Prozent bei den Vereinen, die den Zustand ihrer Sportstätten als existenzbedrohend bezeichneten. Die Vorständin Sportentwicklung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) Michaela Röhrbein benennt den Finanzbedarf für die Instandsetzung von Sportstätten mit 30 Milliarden Euro. Demnach appelliert auch der Präsident des Landessportbundes Sachsen, Ulrich Franzen an die sächsische Landesregierung, weiterhin in die Sportinfrastruktur zu investieren.

Ehrenamt

Das größere Problem scheint jedoch im Bereich des ehrenamtlichen Engagements zu liegen. Hier ist es schwierig ehrenamtliche Funktionsträger zu gewinnen und längerfristig zu binden. Ein ähnliches Problem bestehe bei Trainer:innen, Übungsleiter:innen sowie Kampf- und Schiedsrichter:innen, so Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln. Die Problematik läge dabei auch bei den mittlerweile erhöhten Anforderungen einer komplexeren Gesellschaft: Inklusion, Integration, der Umgang mit Geflüchteten.

Hier ist der aktuelle Sportentwicklungsbericht zu finden: https://cdn.dosb.de/Relaunch_2024/Ehrenamt/Downloads/SEB-Bundesbericht-2023-2025-web.pdf

Fazit und Ausblick

Sachsens Sportvereine stehen heute an einem Wendepunkt: Auf der einen Seite haben sie durch einen historischen Mitglieder­zuwachs – vor allem unter Kindern und Jugendlichen – einen beispiellosen Höhepunkt erreicht. Auf der anderen Seite lastet der Sanierungsstau bei Hallen und Plätzen, gepaart mit zu wenigen Ehrenamtlichen und steigenden gesellschaftlichen Anforderungen, schwer auf ihrem Fortbestand. Doch gerade dieser Zuwachs ist ein starkes Signal: Die Begeisterung für den Vereinssport ist ungebrochen, und die Menschen sehnen sich nach Gemeinschaft, Bewegung und Identität.

Um diese Energie nachhaltig zu nutzen, braucht es jetzt drei entscheidende Schritte:

  1. Gezielte Investitionen in Infrastruktur
    Bund, Land und Kommunen müssen das marode Sportstätten­netz schnell und strukturiert sanieren – etwa durch ein gemeinsames Förderprogramm, das kleine Vereine ebenso erreicht wie große Sportverbände.
  2. Innovative Ehrenamts­­modelle
    Neue Formate wie zeitlich begrenzte Projektpatenschaften, digitale Weiterbildungs­angebote oder generationsübergreifende Tandems können vorhandene Kräfte motivieren und gezielt Nachwuchs gewinnen.
  3. Starke Kooperationen vor Ort
    Die Vernetzung mit Schulen, Betrieben, sozialen Trägern und der Wirtschaft eröffnet zusätzliche Ressourcen – von Praktikumsplätzen über Sponsoring bis zu gemeinsamen Integrationsprojekten.

Mit diesen Hebeln im Einsatz kann Sachsens Vereinslandschaft nicht nur ihre aktuellen Hürden meistern, sondern zu einem Vorbild für nachhaltige Sportentwicklung in ganz Deutschland werden. Die aktuelle Dynamik birgt enormes Potenzial: Packen wir es gemeinsam an!