Rundbrief des Vorstandes der SG Motor Gohlis-Nord Leipzig e. V. vom 7. September 2017 an seine Mitglieder, Unterstützer und Fans
Sehr geehrte Mitglieder der SG Motor Gohlis-Nord Leipzig e. V.,
liebe Sportfreunde, liebe Unterstützer und Fans,

Ihr habt in der letzten Zeit bei verschieden Gelegenheiten festgestellt, dass die Ausübung Eures Sports bissweilen einigen Einschränkungen unterlag.

Diese Einschränkungen haben nachfolgenden Hintergrund:

Ende 2015 kam es zu einem Arbeitsunfall eines Angestellten unseres Vereines mit einer Kettensäge. Hierfür wurde der Vorstand sowohl zivil- als auch strafrechtlich verantwortlich gemacht, wobei die Staatsanwaltschaft nur deshalb das Verfahren einstellte, weil ein strafrechtlich relevanter „Erfolg“ glücklicherweise nicht eingetreten war.

Im Rahmen dieser zu Tage getretenen zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeiten wurde dem Vorstand – der sein Ehrenamt mit Freude im Sinne des Vereines ausführt – durch juristische Beratung bewusst gemacht, dass ihn auch die besondere Einhaltung der „allgemeinen Verkehrssicherungspflichten“ trifft und im Falle des Verstoßes oder der Missachtung dem Verein oder den Vorstandsmitgliedern eine persönliche Haftung in nicht unerheblicher finanzieller Höhe droht.

Diesem Erfordernis hat der Vorstand entsprechend Rechnung getragen und u. a. die Sportanlagen nach Rücksprache mit Kompetenzträgern bei den einzelnen Sportverbänden durch Nachbesserungen oder Reparaturen sicherheitsmäßig auf den geforderten anerkannten Standard gebracht. Im Zuge dessen kam es zu den eingangs konstatierten "Einschränkungen".

Für das von Euch gezeigte Verständnis bedankt sich der Vorstand hier noch einmal gesondert!

Diese Maßnahmen waren kein „Selbstzweck“, sondern dienten ausschließlich Eurem eigenen Schutz und Eurer Sicherheit bei der Ausübung Eurer Sportart! Gerade auch die Eltern unserer jugendlichen Sportler verlassen sich darauf, dass im Verein alles für die Sicherheit Notwendige getan wird.
Sie alle können sich dessen gewiss sein, dass auch in Zukunft seitens des Vorstandes in allen vorhandenen Abteilungen dafür Sorge getragen wird.


Gleichwohl wird kaum jemandem von Euch entgangen sein, dass sich in unserem Verein, der sich dem sportlichen Zusammensein in vielen Sportarten verschrieben hat, seit einiger Zeit eine erhebliche Unruhe durch Mitglieder der Abteilung „Speed- & Inlineskating“ verbreitet wird.

So wird der Vorstand in der Presse und in den sozialen Netzwerken angegriffen, es wurde zu einer Demonstration aufgerufen, eine Petition dem zuständigen Sportbürgermeister Heiko Rosenthal überreicht und zuletzt ein Flyer aus der Abteilung „Speed- & Inlineskating“ verteilt, die reißerisch persönliche Meinungen einiger Mitglieder dieser Abteilung in Umlauf bringt, ohne die wahren oben genannten Hintergründe des Handelns des Vorstandes zu beleuchten.

Bei der notwendigen Sicherheitsüberprüfung stellte sich zum Bedauern des Vorstandes heraus, dass neben anderen kleineren Mängeln schon bei der Errichtung der Sportanlage der Abteilung „Speed- & Inlineskating“ durch die Erbauer, auch aus dem Kreise der Abteilung, nicht nach den geltenden Richtlinien und Vorgaben gearbeitet worden ist. Zwei dem Vorstand vorliegende Sachverständigenprüfungen (u. a. vom Kooperationspartner des Landessportbundes Sachsen) bestätigen dieses.

Die Aussagen der Prüfberichte und der darin zugrunde gelegten Normen, Richtlinien und Vorschriften muss der Vorstand in Ermangelung speziell auf diese Sportart bezogenen deutschen Normen (DIN) als verbindlich, gerade im Bereich der Sicherheit der – vorwiegend jugendlichen - Sportler und möglicher Haftungsgefahren, gerade auch in Euer aller Interesse beachten.

Insofern hat der Vorstand zum Schutz der Nutzer die Anlage zunächst gesperrt, wobei zum Zeitpunkt der Sperrung noch völlig offen war und bis jetzt ist, welche Kosten die Nachbesserungen zur Betriebssicherheit zu Lasten des Vereins und der anderen Abteilungen mit sich bringen werden. Zu befürchten steht eine fünfstellige Summe zu Gunsten einer einzigen Abteilung!

Dieser Sachverhalt wird durch Mitglieder der Abteilung „Speed- & Inlineskating“ unter Bezugnahme auf juristisch nicht verwertbare Dokumente bis zum heutigen Tage nicht anerkannt. Alle von Seiten des Vorstandes unternommenen Versuche, u. a. Gespräche mit der Abteilungsleitung „Speed- & Inlineskating“, Vertretern des Amtes für Sports, des Stadtsportbundes Leipzig, dem Landessportbund Sachsen, sowie wiederholte Einzelgespräche mit dem Abteilungsleiter der Abteilung „Speed- & Inlineskating“ eine geeignete Lösung des Problems zu finden, waren aufgrund der Nichtanerkennung der Prüfberichte der Fachfirmen zum Scheitern verurteilt.

Wiederholt haben sodann Übungsleiter der Abteilung „Speed- & Inlineskating“ in - aus Sicht des Vorstandes – unverantwortlicher Weise gegen das Nutzungsverbot verstoßen und mit Kindern und Jugendlichen auf der Bahn trainiert und damit deren Gesundheit aufs Spiel gesetzt.

In einer erweiterten Vorstandssitzung am 20.06.2017 wurde diese Problematik allen Euren Abteilungsleitern ausführlich dargestellt und mit ihnen besprochen. Nach der Darlegung aller Argumente des Vorstandes des Vereins und des Abteilungsleiters der Abteilung „Speed- & Inlineskating“ kam aus den Reihen der Abteilungsleiter das Begehren die Abteilung „Speed- & Inlineskating“ aufzulösen. Sodann wurde das Begehren zur Abstimmung gestellt und mit eindeutigem Ergebnis erhielt der Vorstand seitens der Abteilungsleiter (11 Ja-Stimmen, eine Enthaltung, eine Gegenstimme aus der genannten Abteilung) den Auftrag, diese Abteilung aufzulösen.

Wenige Tage später wurde dem Vorstand sodann die Klage dreier Mitglieder dieser Abteilung beim Amtsgericht Leipzig zugestellt, in der sie für sich (und damit alle Mitglieder der Abteilung) ihr vermeintliches Nutzungsrecht an der Bahn einfordern.

Der Vorstand ist dieser Klage entgegengetreten, weil wir das Gericht zum jetzigen Zeitpunkt als unzuständig zur Regelung des Sachverhaltes betrachten und eine gerichtliche Entscheidung über die Nutzung als unzulässigen Eingriff in unsere Vereinsautonomie betrachten. Zuvorderst hat die Mitgliederversammlung darüber zu befinden, wie der Vorstand zu handeln hat, da nur diese – und nicht ein Gericht - als basisdemokratische Grundlage dem Vorstand sein Handeln vorschreiben kann. Wenn tatsächlich an dem korrekten Handeln des Vorstands Zweifel bestehen, hat entsprechend § 37 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), mit Berufung auf die gültigen Regelungen in der Satzung unseres Vereins, eine mindestens fünfundzwanzigprozentige Mitgliederzahl (vgl. Satzung SG Motor Gohlis-Nord Leipzig e. V.) einen Antrag an den Vorstand zu stellen, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Kommen diese fünfundzwanzig Prozent nicht zustande, ist anzunehmen, dass der Vorstand im Sinne des Vertrauen aussprechenden Wahlergebnisses handelt - und die Minderheit muss sich fügen oder anders behelfen – z. B. hier im konkreten Fall: seinen Sport in einem anderen Verein auszuüben (z. B. in dem am 06.05.2017 gegründeten Verein Speedskating Leipzig e. V.).

Gleichwohl hat das Gericht die Klage – wohl unter Nichtbeachtung des § 37 BGB – angenommen und angekündigt, gegebenenfalls durch ein kostspieliges Sachverständigengutachten, die Geeignetheit der Bahn feststellen zu lassen. Die in der mündlichen Verhandlung vom 23.08.2017 angekündigte Entscheidung liegt noch nicht vor. Von anderer Stelle wird berichtet, das Gericht habe einen Beweisbeschluss erlassen und für die Einholung des dafür notwendigen Sachverständigengutachtens einen Vorschuss in Höhe von 3.000,00 € zur Einzahlung an das Gericht verlangt.

Für den Vorstand ergibt sich daraus die folgende Lage:

- Solange Zweifel an der Sicherheit der Bahn bestehen, bleibt diese auf jeden Fall gesperrt.

- Bestätigt das Sachverständigengutachten die Mängel an der Bahn, wird zu erwägen sein, ob die Behebung der Mängel überhaupt für den Verein finanziell tragbar ist, ohne die anderen Abteilungen in ihrem Wirken zu beeinträchtigen.

- Gibt das Sachverständigengutachten die Bahn frei, kann der Vorstand in Anbetracht der bekannten Mängel und der von dort ausgehenden Verletzungsgefahr die Verantwortung nicht übernehmen und wird zurücktreten. Ob ein neuer Vorstand des Gesamtvereins in Anbetracht der persönlichen Haftungsgefahren gefunden werden kann, wagen wir zu bezweifeln, da weder der das Urteil sprechende Richter noch der Freistaat Sachsen die Haftung bei einem Unfall übernehmen werden. Auch wird eine Versicherung hier wohl in Anbetracht der bekannt gewordenen Gefahren aufgrund der oben erwähnten Prüfberichte bzw. deren späterer Nichtbeachtung nicht einspringen.

Dementsprechend hat der Vorstand den Auftrag der erweiterten Vorstandssitzung umgesetzt und die Abteilung „Speed- & Inlineskating“ in Meidung einer kompletten Zerstörung unseres Vereins in seiner Sitzung am 22.08.2017 per Vorstandsbeschluss und von seinem Recht aus § 18 der Satzung (er ermöglicht die Bildung neuer Abteilungen und damit im Umkehrschluss auch das Schließen der Vorhandenen) Gebrauch gemacht, die Abteilung in Anbetracht der den gesamten Verein betreffenden Gefahren, aufzulösen. Den Übungsleitern wurde gekündigt und sodann den einzelnen Mitgliedern die Auflösung der Abteilung bekannt gegeben.

Selbstverständlich werden wir diesen Beschluss auch im Rahmen der im Oktober anstehenden Mitgliederversammlung zu Eurer demokratischen Abstimmung stellen und unseren Verbleib im Ehrenamt vom Ausgang der Abstimmung abhängig machen.

Liebe Adressaten dieses Rundbriefes, liebe Sportfreunde, nach diesen rein sachlichen Informationen möchte sich der Vorstand des Vereins auch mit einigen persönlichen Worten an Euch wenden!

Wir alle im Vorstand haben mit großer Freude die uns von der Mitgliederversammlung als Vorstand übertragenen Aufgaben wahrgenommen. Wir freuen uns über die zahlreichen sportlichen Erfolge aller unserer Abteilungen und bedanken uns bei denen, die uns solidarisch zur Seite stehen, diese auch für die Zukunft zu gewährleisten.

Unser Dank gilt insbesondere allen Mitgliedern, die uns ihr Verständnis und ihre Solidarität dafür zum Ausdruck gebracht haben, dass wir unsere Aufgabe gerade auch im Bereich der Wahrung der persönlichen Sicherheit unserer Mitglieder sehr ernst nehmen – das gilt auch für die schweigenden offensichtlich besonnenen Mitglieder der Abteilung „Speed- & Inlineskating“.

Leider haben einige Wenige aus der Abteilung „Speed- & Inlineskating“ uns und unseren Angestellten die ehren- und hauptamtliche Arbeit in den letzten 10 Monaten nicht leicht gemacht.

Gerade im Ehrenamt hat das zu Belastungen geführt, die in jegliches Privat- und normales Berufsleben „durchschlagen“ (sowohl nach Feierabend und an den Wochenenden, z.B. mit Anrufen, unzähligen E-Mails, Briefen und persönlichen Angriffen in den sozialen Netzwerken). An sich ist allein die dadurch entstandene zeitliche Belastung unseren Arbeitgebern und Familien gegenüber bereits jetzt nicht mehr verantwortbar.

Wir bitten daher um Euer Verständnis, wenn wir zum Teil keine Zeit mehr für andere notwendige Aufgaben haben oder wenn seitens der Geschäftsstelle nicht so wie gewohnt gehandelt werden kann.

Helft uns, unseren Verein wieder in ein ruhiges „Fahrwasser“ zu bringen, sodass wir uns alle wieder an unserem Sport und den erreichten Erfolgen erfreuen können.

Wir hoffen daher auf ein zahlreiches Erscheinen der Delegierten der Mitgliederversammlung, freuen uns dann auf unser persönliches Wiedersehen und bedanken uns für Euer Vertrauen in den Vorstand.

Mit der Bitte um Eure Solidarität verbleiben wir,

Euer Vorstand
(Heiko Temming, Steffen Wagner, Gunter Steudel, Petra Richter und Sebastian Weißflog)
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